Dämmstoffstärke frei wählbar ...
Hydraulischer Abgleich - ja oder nein?
Brandschutz für WDVS
KfW fördert Einbruchsschutz
Luftdichtheitskonzept - verständlich dargestellt
Sinn von Wärmedämmung und Wärmeschutz
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Grundsätzliches meiner Beratung

Wärmeschutz, Energieeinsparung, -wende, Passivhaus sind aktuelle Schlagworte. Aber in meinen Augen hat sich alles dem Ziel "Gesundheit und Wohlbefinden" für den Menschen, für den Bewohner unterzuordnen.

 

Unsere Häuser sind unser Zuhause, unsere Zuflucht. Weniger CO2-Ausstoß ist richtig, aber überzogene Forderungen sind genauso realitätsfremd wie überdicke Dämmung. Ein anständiger Pullover macht Sinn, darin fühlt man sich wohl. Aber dreimal so dick heißt nicht dreimal weniger Energieverbrauch.

 

Ich bin kein Freund von dicker Dämmung. Wichtig ist dagegen, dass die innere Oberfläche der Außenwand eine Oberflächentemperatur hat, die sich der Lufttemperatur des Raumes möglichst weit annähert.

 

  • Damit vermeiden wir eine eigene Thermik an der Wand, die wir als unangenehmen Zug wahrnehmen. Verursacht wird dies, wenn die Differenz Temperatur Luft zur Temperatur Wandoberfläche mehr als 4-5° beträgt. Dann "zieht`s", dann strahlen die Wände kalt. Bei warmen Oberflächen  "zieht" es nicht, die Wand strahlt angenehm warm (Strahlungswärme), Sie fühlen sich wohl.

  • Nur auf einer warmen Wand kondensiert keine Luftfeuchtigkeit, nur dann gibt es dort weder Schimmel- noch Feuchteprobleme.  Wärmedämmung außen ist nur eine Methode, dieses Ziel zu erreichen. Sockelheizung, Wandtemperierung, Carbonfarben, Deckenheizung sind weitere.
  • Als Nebeneffekt kann dann die Heiztemperatur gesenkt werden, ohne dass wir frieren. Denn nur damit reduziert sich der Energieverbrauch.
  • Erst dichten wir alles hermetisch ab, dann müssen wir Luftleitungen legen und Fensterfalzlüfter einsetzen.  Ist das nicht paradox?

  • Wir sparen natürlich CO2 ein, wenn wir weniger heizen. Aber wieviel erzeugen wir dadurch woanders mehr? 
  • Funktionierende Bauphysik, Sich-Wohl-Fühlen und Gesundheit müssen im Vordergrund stehen, haben  immer oberste Priorität.

 

Bereits 1952 schrieb der Gesetzgeber im Vorwort zur damaligen DIN: „Der Wärmeschutz hat bei Bauten, die dem Aufenthalt von Menschen dienen, Bedeutung für die Gesundheit der Bewohner…“. (Zitat DIN 4108 „Wärmeschutz im Hochbau“).

 

Sie interessieren sich für das Brandrisiko von Wärmedämmung? Es ist gleich Null, aber lesen Sie hier bitte selbst.

Lohnt es sich ... ?

ist die eine Frage. Man kann alles „schönrechnen“. Aber Gebäudesanierung und Heiztechnik sind über die Energieeinsparung allein nicht zu bezahlen, so ehrlich muss man sein. Der Wert einer Immobilie kann auch nur mit ständigen Investitionen aufrecht erhalten werden. Und manches lässt sich auch nicht einfach in „Euro und Cent“ ausdrücken:

  • Wohl fühlen bei warmen Oberflächen der Wände - es zieht und fröstelt nicht mehr
  • Individuelle passende Lösungen - auch für schmalere Geldbeutel.
  • Keine Angst vor Schimmel – wenn richtig gedämmt ist
  • Manches kostet nichts - außer dem Willen, mit Energie anders umzugehen.
  • Ganzheitliche Betrachtung des Hauses - nur dann machen Einzelmaßnahmen Sinn
  • Energiesparen beim Renovieren - Synergieeffekte nutzen
  • Sanierte Objekte sind wertvoller - nur ein gesundes Haus hat seinen Wert

Amortisiert es sich ... ?

ist die andere Frage. Was ist Amortisation eigentlich? Quelle Duden: Amortisation ist die Deckung der für ein Investitionsgut aufgewendeten Anschaffungskosten aus dem damit erwirtschafteten Ertrag.

Anders ausgedrückt: Das alte Auto braucht 12 Ltr. Sprit, das neue 8 Ltr., erwirtschafteter Ertrag = 4 Liter. Wie viele Kilometer muss man fahren, bis sich mit dem Gegenwert von 4 Litern das Auto amortisiert?

Nun können wir rechnen: Hat sich das Auto amortisiert, mein Haus, meine Couch, mein neuer Wintermantel? Wir tätigen Anschaffungen, ohne nach dieser Definition zu fragen. Ganz einfach, weil wir sie brauchen, weil wir fahren, wohnen, leben und nicht frieren wollen.

 

Was erwirtschaftet eine neue Heizung, eine Wärmedämmung? Nach 10 Jahren den Kessel zu erneuern, ist wirtschaftlicher Unsinn. Aber ein neuer muss einfach sein, wenn der alte defekt und verbraucht ist, denn sonst wird das Haus kalt. Diese Investition kostet Geld (meist viel weniger als ein neues Auto), aber wer weiß schon, wie sich die Energiepreise in 5, 10 oder 20 Jahren entwickeln? Aber trotzdem müssen wir heizen oder fahren.

Alternative Energietechniken sind heute (noch) teurer als Öl- oder Gasheizung. Aber die Frage nach der Amortisation macht wenig Sinn, wenn irgendwann kein Öl mehr zum Verheizen da ist oder die Luft nicht mehr geatmnet werden kann.

 

Heizung, Dämmung und was dazugehört kann man deshalb nicht nur nach Wirtschaftlichkeit, Amortisation, steigenden Zinsen oder zukünftigen Preisen vergleichen oder einstufen. Es sei denn, man ist Hellseher.

 

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hat ein Tool entwickelt, mit dem sich die Wirtschaftlichkeit leichter ermitteln lassen soll. 

Gebäudeenergiegesetz verabschiedet

Der Bundesrat hat am 3. Juli dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) zugestimmt. Jetzt muss nur noch der Bundespräsident unterschreiben. Dann wird der Solarförderdeckel gestrichen. Die Wohnungswirtschaft freut sich auch über die neuen Regeln für Gebäudewärme und die sogenannte Innovationsklausel.

"Das Gebäudeenergiegesetz führt zusammen, was zusammengehört: Die Energieeffizienz und die Energieversorgung von Gebäuden werden künftig in einem einzelnen, aufeinander abgestimmten Gesetzeswerk einheitlich geregelt", sagte Timon Gremmels, zuständiger Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion. Bislang galten Energieeinsparverordnung (EnEV), Energieeinspargesetz (EnEG) und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) ordnungsrechtlich "nebeneinander".

Eine EU-Gebäuderichtlinie hat für Neubauten ab 2021 zudem das Niedrigstenergiegebäude oder Fast-Nullenergiehaus als Standard festgelegt. Für Nichtwohngebäude der öffentlichen Hand gilt das seit 2019. Mit dem neuen GEG soll nun das Energieeinsparrecht für Gebäude entbürokratisiert und vereinfacht sowie die EU-Gebäuderichtlinie umgesetzt werden.